Am 22.10.2013 fand diese hochkarätig besetzte Veranstaltung im Haus der Musik in Wien statt.
160 Anmeldungen gab es, aber nur 120 Sitzplätze. Dass deshalb vielen abgesagt werden musste, zeigt jedenfalls, dass BIM – Building Information Modeling auch in Österreich kein Schlagwort mehr ist.

Karl-Heinz Strauss, Generaldirektor der PORR AG hat die einleitenden Worte gesprochen. Das papierlose Büro von dem seit Jahren geredet wird, ist nicht realisiert worden. Die papierlose Baustelle hingegen, hat sich bereits durchgesetzt und funktioniert auch perfekt, wenn die IT dahinter gut organisiert ist. Das versteht GD Strauss unter BIM.

Porr hat in der letzten Zeit den Wandel von der Bauindustrie zum Generalunternehmer vollzogen. Dabei sieht sich Porr als General Contractor oder Totalunternehmer wie es in den USA schon lange üblich ist. Preissteigerungen bei Material und Arbeit von 8-12% stehen einer Produktivitätssteigerung von 20-25% gegenüber. Diese Steigerung war nur mit neuen Planungs- und Arbeitsmethoden zu realisieren.

3D CAD Planung ist hinlänglich bekannt, 4D beinhaltet den Zeitfaktor, 5D umfasst die Baustellen Logistik und 6D betrifft QS – Qualitätssicherung, so Strauss.

BEHF hat einen strukturierten Überblick über BIM gegeben: Termine, Kostensicherheit, Transparenz aller Daten, Qualitätssicherung, Simulation bereits im Entwurfsstadium, LZK – Lebenszyklus Kosten Analyse und Gebäudebewirtschaftung sind die wesentlichen BIM Merkmale.

Prof. Christoph Achammer hat in der Diskussion einige pointierte Aussagen gemacht:
Seit 5000 Jahren wird ein Gebäude in 3D angedacht. Das 3D Modell wird danach umständlich in Grundriss, Aufriss und Schnitt dargestellt. Alphanumerisch wird die Ausschreibung gemacht. 2D Pläne kommen dann auf die Baustelle. Die Abrechnung der Baustelle geschieht wiederum alphanumerisch.

BIM hingegen bildet das 3D Modell im Kopf des Architekten virtuell auf dem PC ab.

Mit 5D = Baustellenlogistik kann einfach vermieden werden, dass eine Trockenbau Partie 38 Stockwerke mit dem Bauaufzug an ihren Arbeitsplatz fährt, um dann vor Ort festzustellen, dass die Gipskarton Platten noch nicht angeliefert wurden.

In der Automobilindustrie wird nicht erst nach der Montage des Fahrzeugs festgestellt, dass der CW Wert zu hoch ist. Das wird alles inkl. Crash Verhalten schon im Vorfeld simuliert und gerechnet. Das ist auch die Meinung die Artaker vertritt: im Maschinen- und Anlagenbau – auch dort gibt es nicht nur Serien- sondern auch Sonderfertigung – wurde der Wandel bereits vor 10 Jahren eingeläutet.
Auf einen perfekten Datenaustausch zwischen Architekt, Statiker und Haustechniker zu warten, ist ein bisschen wie Weihnachten. Technologieführer im Bereich Maschinenbau geben das CAD System vor und alle Zulieferer müssen sich dem anpassen.

Architektur und Ingenieur Büros die jetzt auf BIM setzen, werden den Standard vorgeben. In den USA, Asien, Skandinavien, Niederlande und England (spätestens ab 2016) werden bei öffentlichen Ausschreibungen nur mehr BIM Modelle akzeptiert. Auch in Österreich ist dies schon der Fall. Die Bauindustrie, große ZT Büros, Baumeister die als Mini GU fungieren, aber auch Architekturbüros, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, sind bereits auf den BIM Zug aufgesprungen.

Christian Artaker – Mr. BIM

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